Warum Ausmisten so wichtig ist

Ordnung halten

Den Spruch „Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper“ (mens sana in corpore sano) kennt wahrscheinlich jeder – ich erweitere ihn um „..und in einem gesunden Umfeld!“

Damit meine ich vor allem die eigenen vier Wände. Nicht nur Krankheiten oder Lebensumstände können (seelisch und körperlich) krank machen sondern auch das eigene Zuhause. Vorrangig gar nicht die hygienischen Bedingungen sondern wie es im Zuhause aussieht. Der derzeitige Trend des Minimalismus-Lifesyle unterstreicht das ganz gut. Man beginnt nachzudenken ob man wirklich immer alles braucht, was man um sich hat, ob es nicht viel wichtiger ist, für sich Platz und Freiraum zu haben.

Viele unnötige Dinge belasten

Wenn man von der Arbeit nach Hause kommt und sich in der Wohnung mehr erschlagen fühlt als von der Arbeit dann läuft da was gewaltig schief! Viele von uns haben einen Hang dazu, Dinge aufzuheben. Da trägt auch der Nachhaltigkeitsgedanke (so gut er auch ist!) dazu bei und die uns eigene Sammlerleidenschaft aus der Urzeit. Viele Dinge kann man ja sicher mal noch brauchen oder kann sie upcyceln, es hängen Erinnerungen daran oder man hat sie geschenkt bekommen. Prinzipiell ja alles ok. Schlimm wird es nur, wenn dadurch der Platz immer weniger wird und die Wohnathmosphäre darunter leidet.

Ordnung halten

Warum viel „Zeugs“ krank macht

Eine vollgeräumte Wohnung (auch wenn alles relativ gut aufgeräumt ist) bedrückt. Man hat für sich selbst kaum Platz, man kann sich nicht rühren und jedes Teil, was noch dazukommt erzeugt unwillkürlich Streß: „Wo tue ich das jetzt hin?“ Man legt es erstmal wo ab um einen geeigneten Platz zu finden – nur der ist nicht (mehr) da. Man legt es wo anders hin, trägt es in ein anderes Zimmer. Dort wird einem dann noch mehr bewusst, dass kein Platz ist. Und so geht das weiter, und mit jedem Stück (und sei es nur eine Zeitung oder eine Dose) wird es schlimmer. Streß ist einer der häufigsten Faktoren für psychische und körperliche Erkrankungen und ist nicht zu unterschätzen!

Auch wenn man es nicht gleich bemerkt oder verdrängt – das Unterbewusstsein beschäftigt sich damit und registriert dass man sich zu Hause nicht wohlfühlt. Das kann sich dann in psychischen Symptomen wie Abgeschlagenheit, schlechten Schlaf, Gereiztheit uvm. oder körperlichen Symptomen wie Kopfweh, Verspannungen, etc zeigen.

Ausmisten befreit!

Sich von Sachen zu trennen ist nicht immer einfach aber es tut Körper und Geist gut! Viele sagen „ich würde ja gerne mal gründlich ausmisten aber ich habe keine Ahnung wo ich anfangen soll!“ und so schieben sie es immer wieder vor sich her. Keine Frage: aller Anfang ist schwer und eine ganze Wohnung mal durchräumen eine Lebensaufgabe die sicher nicht in einer halben Stunde erledigt ist. Am Besten ist da klein anfangen: mit einem Kasten, einem Regal, dem kleinsten Raum… ist mal der Anfang gemacht und sind die ersten sichtbaren Erfolge da dann läuft es dann auch meist sehr gut weiter. Man beginnt sich langsam wieder wohlzufühlen, ist stolz auf sich was man geschafft hat und es kommt dann auch ein befreiendes „Aaah, wie schön!“

Minimalismus – wie weit kann man gehen?

Auch hier gibt es verschiedene Meinungen: die einen sind radikal und befreien sich von allem, was nicht wirklich 100% notwendig ist, die anderen sehen es moderater und behalten gerne auch mal „Luxus“. Das muss jeder für sich persönlich entscheiden, wie weit er da gehen will. Ich persönlich bin auch der Meinung „Weniger ist mehr“ aber möchte trotzdem auf gewisse Dinge einfach nicht verzichten. Bei Büchern oder sehr persönlichen Erinnerungsstücken hört bei mir der Minimalismus definitiv auf. Was gerne gehen kann: Klamotten, Schuhe (ausser meine geliebten Converse), alte Kosmetika, Dosen, Geschirr, Papierkram. Da gehe ich regelmäßig alles durch und schmeisse beinhart alles raus, was ich sowieso nie nutze. Meine Regel dabei: alles, was ich die letzten 6 Monate nicht benutzt oder getragen habe fliegt raus. Ich werde die Sachen auch die nächsten 6 Monate nicht brauchen. Ist so. Könnt ihr gerne mal selbst testen!

Ausmisten ist auch im Leben aufräumen

Gründlich aufräumen ist nicht nur sich von „Krempel“ zu trennen sondern auch sein eigenes Leben aufzuräumen. Vieles was wir horten birgt Erinnerungen: die Schuhe, die man zum Maturaball anhatte oder die Vase von der längst verstorbenen Tante Anni (die man sehr geschätzt hat – also die Tante, die Vase eher weniger…), das Schularbeitsheft aus der 8. Klasse oder die Prospekte vom vorvorletzten Urlaub. Usw. Fakt ist: die Schuhe wird man sicher nicht mehr anziehen wenn man sie seit dem Ball nicht mehr anhatte, die Tante Anni kann man auch ohne ihre Vase in netter Erinnerung behalten, das Schularbeitsheft bringt einem auch keinen besseren Job und die Prospekte… alles klar? Die Erinnerungen bleiben in uns auch ohne einem persönlichen Museum. Vieles kann man abschliessen, wenn man sich von dem Stück trennt. Du denkst eigentlich gar nicht so gerne an den Maturaball zurück, weil.. ? Warum dann die Schuhe aufheben? Weg damit und abschliessen!  Jedesmal, wenn du die Schuhe siehst kommen die Erinnerungen, auch die negativen. Warum damit belasten? Wirklich wichtige Erinnerungsstücke kann und sollte man aber aufheben. Ich habe dafür eine Holzbox, Größe ca. A3, wo die Dinge drinnen sind, die mir wirklich am Herzen liegen.

Platz zu haben ist wichtig!

Platz in der Wohnung zu haben bedeutet Freiraum zu haben. Und das ist gerade in einem so persönlichen Bereich wie zu Hause sehr wichtig! In der Hauskrankenpflege sehe ich das immer wieder, wie wichtig Platz sein kann – nicht nur für uns Pflegende. Viele Leute leben in recht kleinen Wohnungen, sind schon älter und haben dementsprechend viel Kram in der Wohnung. Da höre ich immer wieder mal „Ich hab ja keinen Platz, es steht alles rum und ich kann mich nicht rühren!“ Da ältere Menschen schon in Pension sind und wegen Erkrankungen oft nicht viel vor die Türe kommen ist die angeräumte Wohnung noch viel schlimmer für sie. Sie können nicht so einfach dem Ganzen entfliehen. Ein behutsames Gespräch kann da für Sinneswandel sorgen. Natürlich hört man am Anfang „No des brauche ich ja alles!“ oder „Das ist noch von meinen Eltern / Kindern“ aber im Laufe des Gesprächs kann man dann die Meisten davon überzeugen, die Zeit bis zum nächsten Besuch zu nutzen und mal die alten Zeitungen auszusortieren oder die verschlissenen Handtücher, das uralte Kochgeschirr, was sowieso schon unansehnlich ist, usw. Gerade hier muss man bei kleinen (Alltags-)Dingen anfangen. Wer dabei Hilfe braucht, bekommt sie auch. Und wenn dann wieder ein bischen mehr Platz ist sind alle begeistert: „Endlich kann ich mich wieder rühren!“

Damit es gar nicht so weit kommt trenne dich regelmäßig von alten, ungebrauchten Sachen! Gehe jedes Monat oder alle 3 Monate alle Zimmer durch, schaue in die Kästen und Laden und wirf alles in den Sack, was du nicht mehr brauchst! Wenn du das regelmäßig machst, sammelt sich auch nicht so viel an und du hast weniger Stress beim Aufräumen. Gute oder ungebrauchte Sachen kannst du über diverse FB-Gruppen verschenken oder spenden oder du machst einen Flohmarkt.

Beim Einkaufen nachdenken!

Du hast zu Hause gut ausgemistet und wieder genug Platz? Dann lasse es auch so! Wenn du das nächste Mal einkaufen gehst überlege dir bei jedem Stück wirklich gut, ob du es brauchst oder ob es nur wieder zu einem Staubfänger verkommt. Brauchst du wirklich das 7. Sofakissen? Die 4. Vase? Das 26.Paar Socken? Auch das ist Nachhaltigkeit! Wenn wir unseren Konsum gründlich überdenken sparen wir nicht nur (viel) Geld sondern schonen damit auch die Ressourcen und die Umwelt.

Und – wie sieht es bei dir zu Hause aus? Hast du genug Platz für dich? Wovon trennst du dich leicht und was geht gar nicht?

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