Kosmetik: Beim Einkaufen erkennen, was drinnen ist

n den verschiedenen Märkten wird eine Fülle an Kosmetika und Pflegemittelchen angeboten – so viel, dass man oft den Überblick verliert. Man hat den Eindruck, dass es schon für jede einzelne Falte oder Körperregion eine eigene Pflegeserie gibt.
Aber was ist gut, was nicht? Was ist tierversuchsfrei, ohne Mineralöle, ohne Aluminium oder sonstige Zusatzstoffe? Was ist wirkliche Naturkosmetik? Wie erkenne ich als Kunde das im Geschäft auf einen Blick?

Inhaltsstoffe
Naturkosmetik

Tierversuchsfreie Kosmetik

Seit 2004 gilt EU-weit, dass fertige Kosmetika aller Art nicht mehr im Tierversuch getestet werden dürfen. Und seit 2013 auch nicht mehr unter dem Deckmäntelchen Allergien, Krebs, Fortpflanzungsschäden. Wenn man sich trotzdem nicht sicher ist, kann man die Herstellerfirma kontaktieren, die auf der Packung angegeben sein muss. Hier besteht Auskunftspflicht seitens des Herstellers. Wie wir aber alle wissen: Papier ist geduldig…
Trotzdem ist jetzt nicht jede Kosmetik automatisch tierversuchsfrei: wenn sie gewisse Chemikalien enthält, die auch in anderen Produkten, wie z.B. Putzmittel zum Einsatz kommen, werden diese nach wie vor an Tieren getestet.

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Kennzeichnung bei Mineralöl in der Kosmetik

Mineralölderivate sind seit jeher Bestandteil der Kosmetik – besser bekannt unter Vaseline, Öle und Wachse. Sie alle kommen aus Mineralölen. Gerade Vaseline ist in vielen Produkten ein Grundstoff. Bis jetzt weiss man immer noch nicht sicher, welche Mineralölbestandteile durch die Haut dringen. Um zu wissen, ob so was in der Kosmetik enthalten ist, muss man das Kleingedruckte auf der Rückseite lesen: findet man Ausdrücke wie „Paraffinum liquidum“, „Petrolatum“ etc dann ist Mineralöl drin. Eine besondere Kennzeichnung wie zb bei Tierversuchen gibt es bis jetzt noch nicht. Inzwischen kennzeichnen Firmen ihre Produkte, wenn sie KEIN Mineralöl enthalten.

Kennzeichnung bei Aluminium in der Kosmetik

Aluminium ist vor allem in den Deos enthalten, sie sind in letzter Zeit sehr ins Kreuzfeuer geraten. Gesund ist Aluminium keinen Fall. 2014 ließ das Gesundheitsministerium eine Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Aluminium erstellen. Auch diese empfiehlt, die Verwendung aluminiumhaltiger Produkte zu reduzieren. Zwar könne die Gesundheitsgefährdung derzeit weder bestätigt noch widerlegt werden, es sei jedoch ratsam, auf die Produkte zu verzichten. Ob im Deo Alu drin ist liest man hinten: „Aluminium Chlorohydrate“ Oder es steht „Antitranspirant“ drauf. Dabei wirken Deos auch ohne Aluminium! Eine gesetzlich vorgesehene Kennzeichnung gibt es nicht, einige Hersteller kennzeichnen aber freiwillig (nicht ohne Eigennutz) ihre Produkte, wenn KEIN Aluminium drinnen ist.

Kennzeichnung bei Mikroplastik

Mikroplastik muss nicht gekennzeichnet werden und daher ist es schwer, auf einem Blick zu erkennen, ob es drinnen ist oder nicht. Als Mikroplastik werden kleinste Plastikpartikel bezeichnet, die in diversen Kosmetika wie z.B. Zahnpasta enthalten sind. Sie belasten die Umwelt genauso wie das „normale“ Plastik, da sie über das (Wasch)Wasser bis ins Meer gelangen und dort auch von Tieren aufgenommen wird. Damit man eine Vorstellung hat: Rund 500 Tonnen Mikropartikel setzt die deutsche Kosmetikindustrie jährlich ein. Diese Partikel findet man nicht nur in Zahnpasta sondern auch in Sonnencreme, Rasierschaum und vielem mehr. Wer wissen will, ob im Produkt Mikroplastik drinnen ist, muss schon genau recherchieren. Hinweise auf Mikroplastik geben Ausdrücke wie Polyethylen, Polypropylen, Nylon-12, Polyurethan, Acrylates Copolymer.

Fazit:

Wer wissen will, was in seiner Kosmetik so alles drinnen ist muss oft ein halbes Chemie-Studium oder Listen auswendig gelernt haben. Ich fasse euch hier nochmal kurz zusammen, wie ihr trotzdem relativ schnell beim Einkaufen herausfinden könnt, was im Tigelchen so drinnen ist.

Ohne Tierversuche:

Label „Hase mit schützender Hand“ und „springender Hase“

Mineralöl:

  • Paraffinum liquidum
  • Petrolatum
  • Mineral Oil
  • Cera Microcristallina
  • Vaselin
  • Ozokerite

Aluminium:

  • Aluminium
  • Aluminium Stearate

Mikroplastik:

  • Polyethylen
  • Polypropylen
  • Nylon-12
  • Nylon-6
  • Polyurethan
  • Acrylates Copolymer
  • Polyquaternium-7

Wer wirklich rasch und kompetent direkt beim Kauf Auskunft über die Inhaltsstoffe haben möchte kann das über eine App haben: ToxFox . Ihr könnt das Produkt einscannen und erhaltet sofort alle wichtigen Abgaben zu eurem Wunschprodukt. Schneller geht es vor Ort wohl kaum.

Ansonsten gibt es natürlich auch eine lange Liste an Labels, die ihr euch merken könnt 🙂Sie geben auf einen Blick darüber Auskunft, was das Produkt kann bzw wie es deklariert ist. Welche gängigen Labels es gibt könnt ihr hier auf der Seite von „Bewusst kaufen“ sehen: http://www.bewusstkaufen.at/guetezeichen

Eine weitere sehr brauchbare App ist Wer macht´s?  Dort kann man den Produktnamen eingeben und erhält umgehend Informationen rund um das Produkt und vieles mehr.

Bewusst Kosmetik kaufen macht Sinn und ist auch möglich!

One thought on “Kosmetik: Beim Einkaufen erkennen, was drinnen ist

  1. Manchmal ist es zu schwer zu verstehen, was sich in der Augencreme versteckt. Den Tipp mit App ToxFox finde ich besonders hilfreich. Wenn ich nächstes Mal Kosmetik bestellen werde, werde ich definitiv dieser App nutzen und so sicherer mit Einkaufen sein.

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